1964-1969


Die Idee in Simonshofen Fußball zu spielen war schon Anfang der 50er Jahre bei einigen Sportfreunden vorhanden. Eine Vereinsgründung wurde  zum damaligen Zeitpunkt nicht in Erwägung gezogen. Es wurden  einige Spiele, auf dem 1. Sportplatz   in Simonshofen unterhalb des damaligen Altenheimes (heute CISS e.V.), ausgetragen. Da aber aus dieser „losen Spielgemeinschaft“ kein organisierter Verein entstand, wanderten im folgenden Jahrzehnt  alle fußballbegeisterten Jugendlichen über den „Kaltenbrunnen“ nach Neunhof, um dort dem runden Leder hinterher zu jagen. Es dauerte bis ins Jahr 1964, bis der 2. Versuch unternommen wurde  dauerhaft den Fußballsport in Simonshofen zu etablieren. Die Simonshofer um Fritz Liedel wollten nach Unstimmigkeiten die 1. Mannschaft des TSV Neunhof  in Richtung SC Eckenhaid verlassen. Und auch der eingefleischte Neunhofer Josef Barabas hatte von seinem Heimatverein fürs erste genug. Er kam auf die Idee in Simonshofen  einen eigenen Verein zu gründen. Dies wurde unter der Leitung von Josef Barabas und Fritz „Joe“ Liedel in die Tat umgesetzt. Nachdem die Simonshofer Bevölkerung schon im Vorfeld durch Mundpropaganda für diese Idee begeistert werden konnte, erschienen zur Gründungsversammlung am 27. Juni 1964 im Gasthof Tank (Goldener Hirsch) 54 Sportkameraden. Unter der Mithilfe des damaligen 1. Bürgermeisters Schmidt und des Dorfschullehrers Stumptner wurde der Sportverein Simonshofen aus der Taufe gehoben. Dabei wurden folgende Sportkameraden in die Vorstandschaft gewählt:

1. Vorstand                      Willi Preller sen.
2. Vorstand                      Georg Untheim
Schriftführer und Kassier  Kurt Hännig
Spielleiter                         Josef Barabas     

Als Vereinsname wurde einstimmig Sport-Verein (SV) Simonshofen und die Vereinsfarben lila-weiß festgelegt. Als Vereinslokal wurde die Gastwirtschaft Tank (Goldener Hirsch) bestimmt. Die Gründungsversammlung wurde nur durch eine Abordnung Neunhofer Sportkameraden gestört, die  versuchten die Gründung des SVS zu verhindern. Denn eines war nun klar: Alle Simonshofer in Diensten des TSV Neunhof wanderten zurück über den „Kaltenbrunnen“ zu ihrem SVS !  

In der Anfangszeit hatte man vor allem elementare Probleme. Die Suche nach einem geeigneten Sportgelände erwies sich als sehr schwierig. Viele Landwirte bei denen angefragt wurde, weigerten sich ein Stück Wiese  herzugeben. Ein Grund war wohl auch die Erfahrung mit den ersten Spielversuchen Anfang der 50er Jahre. „Des wird eh nix !“ war oftmals der Spruch den sich Willi Preller und Fritz Liedel  anhören mussten. Doch letztendlich wurden die Verantwortlichen doch noch fündig: Eine Waldlichtung, von der Landwirtin Liesl Dürsch zur Verfügung gestellt, ca. 500 Meter östlich  des „alten“ B-Platzes (Alm) wurde die 1. Heimat der SVS - Kicker. Wer  erinnert sich noch an das 1. Heimspiel des SVS ? Noch vormittags wurde auf dem zur Verfügung gestellten Terrain die letzten Bäume gefällt und nachmittags rollte der Ball ! Unbestätigten Angaben zufolge, drückten bei der Sportplatzabnahme Verbands- und Schiedsrichterobmann nicht nur beide Augen sondern auch alle „Hühneraugen“ zu um dem SVS die Spielgenehmigung zu erteilen.



Sportlich begann es beim SVS rund zu laufen. Nach dem 1. Spiel beim Pokalturnier in Leinburg gewann die Truppe von Trainer Richard Schlenk das darauffolgenden Pokalturnier in Achteltal. Als wichtiger Unterbau für die 1. Mannschaft konnte schon im Jahr 1965 eine A-Jugend gegründet werden. So langsam stellte sich ein regelmäßiger Trainings- und Spielbetrieb ein, der aber mit den heutigen Möglichkeiten nicht zu vergleichen war. Wegen des fehlenden Flutlichtes wurde im Herbst und im Winter in einer Scheune trainiert. Die mit Lampen ausgeleuchtete „Trainingshalle“ wurde vor allem bei Kopfballduellen den Spielern oftmals zum Verhängnis, da immer wieder das Gebälk die Laufwege der Kicker kreuzte.

1967 wurde dem SVS vom Landwirt Georg Untheim eine Wiese zur Verfügung gestellt; diese Wiese wurde fortan als „A-Platz“ genutzt und ist im Verein  unter dem Namen „Alm“ bis heute vielen Mitgliedern ein Begriff. In dieser Zeit wurden auch, unter Mithilfe des damaligen Bürgermeister Schmidt, die Weichen für den Bau des heutigen Vereinsgeländes am Hüllweiher gestellt. Die Kameradschaft und Geselligkeit wurde in diesen Tagen groß geschrieben. Nach Training und  Spiel saß man immer im Vereinslokal Tank und ab 1968 im neuen Vereinslokal „Falkner“ (Fam. Heinrichs) zusammen und feierte oft bis in die Morgenstunden. Auch Ausflüge nach Österreich, ins Ötztal und an den Fuschlsee, konnten gestaltet werden. Höhepunkt aber war sicherlich der Flug nach Berlin im Jahre 1968 unter Trainer Willi „General“ Dietel. Bei diesem Ausflug wurde auch ein Freundschaftsspiel gegen Schwarz-Weiß Spandau Berlin mit 6:4 gewonnen.

Als Novum und Kuriosität zugleich kann man in den 60er Jahren auch eine Tatsache bezeichnen, die man heutzutage nur noch von Länderspielen kennt. Die SVS -Kicker wurden bei sonntäglichen Heimspielen von einer 12-köpfigen Blaskapelle  begleitet. Dabei erstreckte sich vor dem Spiel eine Art Festzug vom Vereinslokal Heinrichs bis zum Sportgelände. Und auch in der Halbzeitpause des Spiels marschierte die Blaskapelle über den Rasen und blies den beiden Mannschaften ordentlich den Marsch!